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Santiago
de Compostela
Vom Weg nach Santiago de Compostela und von dieser Stadt muß
man erzählen...
Eine schon recht frühe Überlieferung machte
glauben, der Apostels Jakobus d. Ä. habe in Spanien missioniert.
Als dann zu Beginn des 9. Jahrhunderts die Kunde aufkam, Bischof Theodomir
von Ria Flavia habe in einem an der Stelle der heutigen Kathedrale
befindlichen Grab die Gebeine des Apostels aufgefunden, wurde diese
(historisch nicht zu belegende) Botschaft nicht nur Teil der Geschichtsschreibung,
sondern auch die Grundlage für eine Wallfahrt, die der nach Rom
und Jerusalem in nichts nachstand, ja diese zuweilen übertraf.
Santiago de Compostela liegt im äußersten Nordwesten der
ibirischen Halbinsel. Schon bald war die Stadt das Ziel der Wallfahrt
nicht nur für ganz Spanien und Portugal, sondern aus allen Teilen
Europas. Vom 10. bis zum 15. Jahrhundert strömten die Menschen
dorthin, um mit dieser Wallfahrt die Vergebung ihrer Verfehlungen
und das ewige Leben zu gewinnen. Es entstanden feste Pilgerwege, sogar
im Baltikum und in England beginnend, auf denen Abertausende über
Monate hindurch mit zum Teil großen Entbehrungen durch die Fremde
zogen. Zahlreich bildeten sich Jakobus-Bruderschaften, Jakobsbräuche,
Lieder und Legenden, Jakobus wurde zum Schutzheiligen und zeitweise
zum volkstümlichsten Apostel.
Wer sich heute auf die
Wallfahrt oder auch profane Wanderung gen Santiago begibt, durchquert
auf den alten Pilgerwegen wunderbare Landschaften. Besonders beliebt
ist die Wanderung des letzten Wegteils durch das nördliche Spanien
bis eben hin zur Kathedrale von Santiago. Nach u.U. vielen mühsamen
Wandertagen erreicht der Pilger endlich sein Ziel: Santiago de Compostela
ist eine in ihrer historischen Bausubstanz und Atmosphäre zweifellos
beeindruckende Stadt. Ihr Zentrum, die Kathedrale, mehrfach baulich
überarbeitet und erweitert, ist ein Erlebnis ersten Ranges, vor
allem durch die betenden, bittenden, suchenden, leidenden und hoffenden
Menschen, die der Güte Gottes Glauben schenken.
Die Muschel
Das Symbol der Santiago-Wallfahrt ist die Muschel, wie man sie noch
heute an den Stränden des Atlantiks in Nordspanien findet. Die
Pilger zierten sich mit der Muschel meistens am Hut, sie war Abzeichen
und Amulett zugleich. An zahllosen historischen Stationen des Pilgerweges
entdeckt man auch heute noch dieses Zeichen, und nach wie vor weist
es den Weg. Auch unser Verlagslogo haben wir von der Wanderschaft
mitgebracht. Es erinnert uns immer wieder daran, uns als noch unterwegs
zu dem einen großen Ziel unseres Lebens zu verstehen. |
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